Die Entwicklung der Komödie im Spiegel der Zeiten

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Die Komödie von gestern bis heute

Liebhaber von Komödien können sich vor legendären Blockbustern kaum retten. Sämtliche Highlights der letzten Jahre – American Pie, die Känguru-Verschwörung und Monsieur Claude und sein großes Fest – stehen, der Errungenschaft des Streamings sei Dank, jederzeit auf Abruf bereit.

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Bei aller Begeisterung, die Fans von Komödien verspüren, fallen die Wurzeln der Komödie leicht der Vergessenheit anheim. Was sind die Ursprünge der Komödie, was sind ihre Merkmale und welche Entwicklungen hat das Genre im Laufe der Zeit genommen?

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Lustspiele in den Poleis Griechenlands

Das Theater hat seine Wurzeln im klassischen Athen und verbreitete sich in der griechischen Antike wie ein Lauffeuer über die Stadtstaaten (Poleis). Acht Tage im Frühling standen ganz im Zeichen heiterer Vorführungen, die als Dionysien dem Gott des Weines, der Freude und der Ausschweifungen gewidmet waren. Die Festtage im Amphitheater wurden in einen Wettkampf eingebettet, bei dem die Besucher die besten Stücke wählen durften. Bekannte Autoren wie Menander, Aischylos und Aristophanes lassen noch heute den Kenner mit der Zunge schnalzen. Sie sind Vorbilder für die 10 besten Komödien im modernen Zeitalter.

Der Aufbau des Dramas

Aus dem attischen Vorbild rührt die noch heute gängige Unterscheidung zwischen der Komödie und der Tragödie, die anhand prägnanter Antagonismen kenntlich gemacht werden kann. Die Tragödie symbolisierte in Athen eine Maske mit weinendem Gesicht und die Komödie eine Maske mit lachendem Gesicht.

Gemeinsam ist beiden Gattungen die Einordnung als Drama im Gegensatz zum Epos und zur Poesie. Dramen, die entgegen der landläufigen Meinung somit auch Komödien sein können, kennzeichnen sich durch das Fehlen eines Erzählers, eine geschlossene Form (Handlung) mit Monologen und Dialogen, einen Konflikt, Gliederungen in Szenen und Akten sowie eine fiktive Handlung.

Nach Aristoteles, welcher der Kunst des Dramas mit der Poetik ein noch heute in den Literaturwissenschaften lebendiges Standardwerk geschenkt hat, ist das klassische Drama in die fünf Akte der Exposition (Einführung), steigende Momente, Peripetie (Wendepunkt), retardierende Momente (verzögerte Spannung) und Auflösung eingebunden. Bei einer Tragödie führt die Auflösung des Konflikts in die Katastrophe und bei einer Komödie zu einem glücklichen Ausgang.

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Worin unterscheiden sich Komödie und Tragödie?

Noch bis zur Emanzipation des Bürgertums in der Epoche der Aufklärung ließ sich anhand der Figurenkonstellation der Protagonisten das Genre ableiten. Gemäß dem Dogma der tragischen Fallhöhe waren die Protagonisten bei der Tragödie Adlige oder Personen mit Rang und Namen. Bei der Komödie kam hingegen das einfache Volk zum Zuge. Der unterschiedliche Grundcharakter beider Gattungen wird durch die deutschen Bezeichnungen Trauer- und Lustspiel auf den Punkt gebracht.

Die Tragödie hatte einen ernsten Hintergrund. Sie sollte die Zuschauer zum Weinen bringen – Tränen im Publikum zeugten für ihre Qualität. So sollen sich bei Lessings Miss Sara Sampsons beim Tode der Heldin herzzerreißende Szenen im Theater abgespielt haben. Dies war vom Autor intendiert, der im Sinne der Katharsis (Reinigung der Seele) Furcht und Mitleid bei den Zuschauern wecken wollte, womit dieser Aristoteles‘ eleos und phobos (Jammern und Schaudern) neu interpretierte. Lessing selbst kreierte mit der Minna von Barnhelm zugleich einen Klassiker der Komödie.

Während Tragödien von einer gedanklichen Tiefe geprägt sind, dürfen Komödien seicht sein, bei denen oft über charakterliche Unzulänglichkeiten von Personen gelacht wird. Etwas weniger schmeichelhaft bringt dies Henry Thomas Buckle in seinem berühmten Bonmot auf den Punkt, dass weise Leute über Ideen, kluge Leute über Ereignisse und gewöhnliche Leute über Personen reden. Passend dazu erwähnt Aristoteles, dass die Komödie schlechtere und die Tragödie bessere Menschen nachahmen wolle. Neben der Figurenkomik sorgen Elemente der Situationskomik und Sprachkomik bei der Komödie für die Lacher im richtigen Moment.

Weiterentwicklung im Römischen Reich

Die Römer haben vieles von den Griechen übernommen, auch ihre Theaterkunst. So ersetzten in der römischen Komödie Flötenmusik und Gesang den griechischen Chor. Überhaupt waren die römischen Theaterstücke lauter und die Musik bekam einen höheren Stellenwert. Ein bedeutender Autor von fesselnden Theaterstücken war Titus Maccius Plautus (250 – 184 v. Chr.), dessen Sinn für Humor legendär war, sodass seine Theaterstücke zu Straßenfegern wurden.

Plautus besaß ein Faible für derbe Situationskomik und kühnen Wortwitz. Sein Markenzeichen war der listige kleine Mann, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz durchsetzt und von dem die tschechische Komödie stark inspiriert wurde (Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk). In seinen opulenten Stücken wurde nicht gesprochen, sondern gesungen. Anders als seine Vorgänger orientierte sich Plautus an der Wirklichkeit, denn es gewannen nicht immer die Guten.

Seinem kongenialen Kollegen Terenz faszinierte hingegen das feine Spiel mit der Sprache, sodass er die späte Hinwendung der Theaterkunst zur französischen Klassik mit seinen kunstvoll angelegten Handlungssträngen und der gepflegten Konversation gewissermaßen antizipierte. So wurde zwischen Plautus‘ Volkstümlichkeit und Terenz‘ Kunstfertigkeit, die eher die gebildeten Schichten ansprach, ein Spannungsverhältnis sichtbar, das die Theaterkunst so wie die aus ihr hervorgehende Filmkunst bis heute prägt.

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Die Theaterreformen Lessings

Gotthold Ephraim Lessing wollte die deutsche Theaterkunst zu neuer Blüte führen. Sein Gegenspieler in deutschen Landen war Johann Christoph Gottsched (Sterbender Cato), der dem französischen Klassizismus huldigte, von dem sich Lessing emanzipieren wollte. Lessing hielt diesen für blutleer und artifiziell, während er Shakespeare als Vorbild nahm, dessen schöpferisches Improvisationstalent den Geniekult in der Epoche des Sturm und Drangs in der europäischen Literatur vorwegnahm. Shakespeares Regelstürmerei war für Lessing ein Gegenpol zur für ihn erstarrten französischen Klassik.

Mit Lessing wurde die Sprache im Theater prosaischer und das Bürgertum machte dem Adel Konkurrenz. Lessing ging von der menschlichen Fähigkeit zur Vernunft aus, der die göttliche Offenbarung nicht mehr bedürfe. Seine Weiterentwicklung werde vielmehr durch Kritik und Gegenkritik angestoßen. Moral zog in das deutsche bürgerliche Lustspiel ein, sodass auch hier Verfehlungen bestraft werden mussten, wie dies in Lessings eigentlich lustiger Fabel Der Rabe und der Fuchs geschah.

Die Komödie heute

Im Laufe der Geschichte sind zahlreiche Ausformungen der Komödie entstanden. Beispielhaft seien das Satyrspiel am Ausgang der europäischen Antike, das italienische Stegreiftheater Commedia dell‘Arte und die Fastnachtsspiele im Reformationszeitalter erwähnt, bei denen die Theaterkunst zur Waffe gegen althergebrachte Bräuche der Katholiken, päpstliche Prunksucht und den unbeliebten Ablasshandel wurde.

Die vielfältige Ausdifferenzierung im 20. Jahrhundert mit ihrer nie dagewesenen Stilvielfalt brachte es mit sich, dass Komödie und Tragödie nicht immer klar voneinander zu trennen sind. So zogen tragische Elemente in die Komödie ein und komische Elemente in die Tragödie. Im modernen Gattungsbegriff der Tragikomödie sind Komödie und Tragödie schließlich vollständig miteinander verschmolzen. Technisch schufen Kino und Fernseher neue Möglichkeiten für die Komödie. Noch heute genießen Komiker wie Theo Lingen, Heinz Rühmann, Mr. Bean, Loriot und Otto Waalkes Kultstatus.

In Russland wurde die Groteske entwickelt, für die Autoren wie Bulgakov, Saltykow-Schtschedrin, Gogol und Dostojewski stehen. Die Absurditäten des täglichen Lebens zu Zeiten des Zaren wurden im nihilistischen Sinne aufs Korn genommen. Als mit der Sowjetunion ein Moloch entstand, der das Leben des Einzelnen bis ins kleinste Detail reglementierte und physisch bedrohte, lief die russische Satire zur Höchstform auf, bei der dem Rezipienten das Lachen im Halse stecken bleibt. Mit seinen Dämonen wurde Dostojewski schon 1873 zum Propheten für das kommende Unheil.

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